Internet und Wissensmanagement – Informationen über Online-Tools finden und organisieren

Nie war es möglich, an so viel Wissen zu kommen, wie es heute der Fall ist. So beschränkte sich Wissen früher auf die Themen, die in Schule, Uni, Nachrichten, Bibliotheken bereitlagen. Wissen war reichlich vorhanden, aber dennoch für alle recht übersichtlich, da nicht so einfach greifbar.

Heute steht uns Wissen in deutlich größerem Umfang und noch dazu viel schneller zur Verfügung. Auch Wissen ist mit der Digitalisierung unabhängig von Raum und Zeit geworden.

Das Internet bietet unendlich viele Plattformen wie Fachforen, Wikis, Soziale Netzwerke und allesamt auffindbar über Suchmaschinen, Soziale Netzwerke & Co. Jeder kann etwas hineinwerfen in den großen Wissenspool „Internet“ – und jeder kann für sich etwas herausziehen.

Doch was tun mit den sich ansammelnden Informationen? Und wie lassen sie sich letztlich filtern? Wie sammle ich Wissen, um es später weiter verwenden zu können? Wie speichere ich es so ab, dass mein gesammeltes Wissen auch anderen zur Verfügung stehen kann, sofern ich das möchte?

Das Netz ist ein Sammelsurium an Informationen – korrekt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Wer „nur“ surft, wird zwar eine ganze Menge davon aufnehmen können, es aber meist direkt wieder vergessen.

Wer Wissen nicht behalten kann, dem fehlt die Voraussetzung für sinnvolles Lernen. Klingt logisch – und so geht es auch aus einem Artikel auf www.wissen.de hervor, den ich gern weiterempfehle.

Das Internet bietet so unendlich viel davon, dass es eine absolute Reizüberflutung darstellt, stellt aber auch Funktionen bereit, die dabei helfen können, gesammeltes Input für sich und andere nutzbar zu machen.

Die richtige Suche über Suchmaschinen

Um Informationen im Internet zu finden, verwenden wir in der Regel Suchmaschinen. Doch auch Suchmaschinen sind unterschiedlich und nehmen Seiten auf unterschiedliche Art und Weise in ihren Index auf. Eine einfache Suche ist noch dazu heute in den großen Suchmaschinen personalisiert, d. h. je nach vorangegangenen Suchen kann ein und derselbe Suchbegriff an den Rechnern verschiedener Personen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Weiterhin verarbeiten einige Suchmaschinen, wie auch Google, neue Seiten, indem sie sogenannte „Crawler“ (Suchroboter) einsetzen, andere „verschlagworten“ ihre Suchergebnisse, d. h. sie schauen sich die Seiten an und sortieren Sie dann nach Themen oder weiteren Begriffen. U. a. Kindersuchmaschinen funktionieren auf diese Weise.

Wer einfach nur einen Suchbegriff in die Suchleiste eingibt, erhält unzählige Links – nicht selten vollkommen veraltet. Gibt man der Suchmaschine jedoch genauere Hinweise, was gesucht werden soll, können die Ergebnisse schon deutlich eingeschränkt werden. Dies kann per „+“, „-„, „AND“, „OR“ usw. erfolgen. Weitere Einschränkungen lassen sich durch die Zeitangabe vornehmen.

Bevor ich Informationen suche, verwende ich grundsätzlich unter „Google“ die Schaltfläche „Suchoptionen“ und wähle einen Zeitraum aus, der mir nur Artikel anzeigt, die niemals älter als ein Jahr sind. Hier lassen sich noch weitere Einstellungen, wie z. B. die Sprache einrichten.

Verwendung von Feedreadern

Von „Feeds“ hat schon fast jeder etwas gehört, aber wie dieses System funktioniert und was es bringen könnte, wissen die wenigsten.

Ein gängiger Feedreader ist z. B. „Feedly“. Wann immer ich auf eine Internetseite oder einen Blog treffe, deren Artikel mir gefallen und die ich gern weiterverfolgen möchte, richte ich sie mir in einem Feedreader ein. Unter Feedly reicht es dabei, die Seite im Suchfeld zu suchen und dann hinzuzufügen, wobei Feedly die Möglichkeit bietet, diese Feeds nach Themen zu sortieren.

Wenn ich nun wissen möchte, was es auf den von mir abonnierten Seiten Neues gibt, rufe ich Feedly auf und kann nun bequem durch alle Neuigkeiten scrollen, die mir in Kurzform angezeigt werden. Interessiert mich ein Artikel, klicke ich ihn an. Dabei habe ich auch die Möglichkeit, interessante Artikel anderen zugänglich zu machen, indem ich sie direkt aus Feedly heraus in Messengern oder in Sozialen Netzwerken „teile“

Feedly ist nur ein Feedreader unter vielen. Weitere Beispiele sind Tiny Tiny RSS, Liferea, Newsbeuter usw. In den Internetbrowsern sind ebenfalls Feedreader enthalten und auch die Mailprogramme wie z. B. Outlook haben einen Feedreader integriert, jedoch sind diese meiner Ansicht nach nicht ganz so komfortabel.

Speichern von Internetseiten via Speicherdienste

Natürlich kann ich mir eine Internetseite auch direkt in die Favoritenleiste meines Browsers „ziehen“. Dies hat jedoch einen Nachteil: Sie stehen mir dann an anderen Geräten und Orten nicht mehr zur Verfügung.

Um dies zu umgehen gibt es Speicherdienste wie Evernote oder Pocket. Über diese Dienste lassen sich Links zu Internetseiten online speichern. Habe ich beispielsweise einen solchen Dienst für meinen Browser installiert und finde ich eine Seite, die mich interessiert, klicke ich auf ein einziges Symbol und speichere den Link in meiner Linksammlung. Diese Links kann ich auch anderen zugänglich machen, indem ich sie wiederum teile oder für andere Personen freigebe.

In Evernote kann ich sogar selbst erstellte Texte via Link für andere Personen freigeben.

Unterschied Feedreader und Speicherdienste

In einem Feedreader speichere ich den „Hauptlink“ einer Seite und werde über Neuerungen auf dieser Seite informiert. In einem Speicherdienst speichere ich explizit eine Information, einen Artikel ab oder verfasse eigene, die ich dann anderen zur Verfügung stelle.

Sowohl die Online-Feedreader, wie auch die Online-Speicherdienste, kann ich auf jedem meiner Geräte installieren. Alle einmalig auf einem Gerät gespeicherten Informationen, kann ich dann von jedem Gerät bequem abrufen – notfalls auch von einem fremden Rechner aus.

Soziale Netzwerke für das Wissensmanagement

Neben den oben genannten „Methoden“ können jedoch auch soziale Netzwerke dem Wissensmanagement dienen.

Twitter zum Beispiel! Von denjenigen, die sich noch nicht viel damit befasst haben, wird Twitter „verpönt“ als ein Dienst, in dem es nur möglich ist, Kurznachrichten zu schreiben. „Was soll das bringen?“

Doch das wird Twitter nicht gerecht. „Twitteraner“ nutzen es anders. Sie teilen hierüber, neben einigen wenige einfachen Kurznachrichten (die es natürlich schon gibt auf Twitter) ebenfalls Links und somit ihr gesammeltes Wissen. Ist ein Tweet mit einem Link für mich interessant, kann ich ihn „favorisieren“ und damit für mich zwischenspeichern. Finde ich ihn so interessant, dass ich glaube, auch andere könnten sich dafür interessieren, „retweete“ ich ihn und sende den Link somit an meine eigenen Follower. Auf diese Weise bilden sich Interessengemeinschaften und nicht selten finden darüber auch Experten zueinander. Ein großer Gewinn für alle.

Ähnlich verhält es sich in XING und auch über Facebook ist es möglich, Beiträge zu speichern.

Wikis

Wikipedia ist ebenfalls vielen ein Begriff, dass es jedoch auch möglich ist, eine solche Wissenssammlung für sich selbst oder für ein Unternehmen anzulegen, ist noch nicht so sehr bekannt.

Tatsächlich gibt es auch hier einige OpenSource- aber auch kostenpflichtige Systeme, die dies ermöglichen. Und gerade in Unternehmen ist es heute wichtiger denn je, erworbenes Wissen zentral zu sammeln und auch zu speichern.

Das bedeutet nicht, dass das Wissen zwangsläufig für alle offen im Internet stehen muss, sondern ein Wiki kann natürlich ganz einfach auch für ein Intranet verwendet werden. Ich gehe davon aus, dass jedes Unternehmen, Verwendungsmöglichkeiten für ein solches Wiki hat und dass es in den meisten Unternehmen zur Verbesserung der internen Kommunikation führen würde – was wiederum personelle Ressourcen einspart, die dann in produktive Arbeit verwendet werden kann.

Resümeé

Wir sind heute stärker vernetzt denn je, Wissen finden wir überall – ob es uns schlauer macht? Vielleicht, vermutlich sogar, aber natürlich nur denjenigen, der auch weiß, wie er es für sich nutzen kann.

Wir wollen keine Wissensjongleure sein, wir möchten Wissen organisiert und zentral platziert haben. Die vielen Informationen im Netz müssen keine Reizüberflutung darstellen. Mit den richtigen Methoden und Diensten können wir sie so umleiten, sortieren und filtern, wie es uns möglich ist, diese zu verarbeiten.