Praxis: MiniMakerDays (2) – Bitsy

Am zweiten Tag unserer MiniMaker-Days haben wir uns noch einmal ein wenig mit Scratch beschäftigt uns sind anschließend zu dem minimalistischen Tool Bitsy übergegangen, eine noch einmal ganz andere Art und Weise der Spieleentwicklung als Scratch. Es ging mir vor allem darum, eine weitere Alternative aufzuzeigen.

Mit Bitsy ist es, ebenfals wie in Scratch, möglich, kleine Spiele, Geschichten oder sogar ein Präsentationsthema darzustellen. Jedoch passiert das Ganze hier in Form von Blöcken, in Pixelgrafik. Entwickelt wurde das Ganze von Adam Ledoux, auf dessen Webseite auch der Originaleditor zu finden ist: https://ledoux.itch.io/bitsy.

Bitsy basiert auf der Skriptsprache HTML. Es enthält die sogenannten Räume, Tiles, ein Avatar, Figuren und Objekte, die individuell gestaltet und teilweise in Bewegung gesetzt werden können.

Gespielt wird mittels Pfeiltasten auf der Tastatur.

Beispielbild Bitsy

Grundaufbau von Bitsy

Räume werden mittels Tiles, welche selbst kreiert werden können, gestaltet. Diese Tiles sind zum Teil durchlässig, können aber auch als Wand dienen.

Innerhalb dieser Räume befindet sich unter anderem das Avatar, ebenfalls als Pixelgrafik. Es kann verändert und animiert werden. Auf dem Bild oben sieht man den Zeichnen-Modus des Avatars rechts. Hier ist es noch standardmäßig ein Männchen mit Hut. Es kann jedoch auch ganz anders gestaltet werden – je nachdem, wie gut die Entwickler*innen letztlich dabei sind, mit Blöcken etwas zu gestalten ;-).

Sprites sind wiederum Figuren, mit denen das Avatar sprechen kann. Im Bild oben sieht man als Sprite eine Katze.

Weiterhin gibt es die Objekte, die z. B. eingesammelt werden können. Auch Objekte können mit einemText versehen werden.

Sämtliche Avatare, Figuren, Tiles und Objekte können ganz individuell über die Werkzeuge gestaltet werden. Auch farblich ist hier einiges möglich.

Räume verbinden mittels Übergänge

Werden mehrere Räume erstellt und verbunden, kann die Anwendung darüber erweitert werden. Genutzt werden Übergänge. Die Entwickler legen fest, wo sich ein Eingang und wo sich ein Ausgang jeweils befinden soll.

Logik üben in Form von Bedingungen

Auch Bedingungen können eingefügt werden. Wenn das Avatar eine Bestimmte Bedingung erfüllt, soll etwas passieren, andernfalls soll etwas anderes geschehen oder die Aufgabe muss erst gelöst werden. Dies ist eine einfache Anweisung in Form einer Wenn-Dann-Bedingungen in Bitsy. Auch aufwändigere Anweisungen sind jedoch durchaus möglich.

Einsatz im Unterricht

Bitsy ist sehr vielfältig und daher auch genauso vielfältig im Unterricht einsetzbar.

Vorstellbar wäre das Schreiben einer Geschichte und der Nachbau in Bitsy. Auch eine Präsentation zu einem Thema kann über Bitsy ein wenig anders dargestellt werden.

Weiterhin lernen die Kinder auch hier, wie viel getan werden muss, um selbst ein recht einfaches Computerspiel zu erstellen.

Bei den MiniMakerDays ging es rein ums Ausprobieren. Jedes Kind hat seine eigene Idee entwickelt und konnte diese dann in Bitsy umsetzen. So sind vorwiegend viele spannende Spiele entstanden.

Wie wird gespeichert?

Ist ein Spiel oder eine Geschichte erstellt worden, ist es wichtig, dass diese heruntergeladen werden, denn eine Speicherung ist nur als HTML-Datei auf dem eigenen Rechner (oder in einer Cloud natürlich) möglich.

Wird die Datei über einen Browser geöffnet, kann die Anwendung direkt gestartet werden.

Soll sie später noch einmal editiert werden, wird der Editor unter http://ledoux.io/bitsy/editor.html erneut geöffnet und die Datei importiert.

Sollen die Anwendungen später online zur Verfügung gestellt werden, würde eine Weboberfläche benötigt. Möglich wäre dies im Schulkontext z. B. unter Glitch.com.

Im Klassenkontext wäre denkbar, eine neue Seite unter Glitch.com zu generieren und dort alle Spiele einzufügen.

Wo finden sich Beispiele?

Beispiele für Bitsy finden sich hier: https://itch.io/c/90743/bitsy-games

Eine gute Anleitung ist über mint-zirkel.de zu finden.

Fazit

Ein einfaches kleines Spiel über Bitsy lässt sich mit relativ wenig Aufwand realisieren. Aber auch wer ein wenig mehr machen möchte, hat hier viele Möglichkeiten. Es ist ein schönes Beispiel um den Kindern zum einen eine einfache Art der Spieleentwicklung näherzubringen. Es eignet sich aber auch, um mit den Kindern einmal hinter die Kulissen zu schauen und den HTML-Code ein wenig zu analysieren.

Bei unseren MiniMakerDays hat Bitsy im Vergleich zu Scratch nur einen kleineren Teil eingenommen. Es ging mir hier, wie oben schon beschrieben, darum, eine Alternative zu Scratch zeigen zu können.

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